Rosenkohl-Lachs-Nudeln

Der Winter ist ja traditionell eher nicht so die Jahreszeit, in der übermäßig viele Gemüse- und Obstsorten Saison haben. Ich koche gerne saisonal, muss aber gestehen, dass das gerade im Winter nicht immer einfach ist – ganz im Gegensatz zum Sommer, der uns mit einem so großen Angebot an Obst versorgt, dass besonders Beeren-Junkies wie ich voll auf ihre Kosten kommen. Gibt es noch jemanden, der so beerensüchtig ist wie ich? Sollte ich jemals einen eigenen Garten haben, werden dort zuerst Himbeer- und Blaubeersträucher gepflanzt… hach! Aber ich schweife ab. Winter! Vielleicht tue ich dieser Jahreszeit unrecht, denn ich mag die saisonalen Gemüsesorten doch auch sehr gerne. Wintersalate, Kürbisse, Lauch und Wurzelgemüse und natürlich Kohl in allen Farben und Formen! Mein größter Liebling ist dabei allerdings dieser kleine Schatz:

Rosenkohl - Wunderbrunnen - Fotografie - Foodblog

Rosenkohl! Sieht der nicht einfach schon zuckersüß aus? Ein Kohl im Miniatur-Format. Vielleicht so, wie ein Riese einen Weißkohl sehen würde. Und so lecker! Ich glaube, Rosenkohl steht auch nicht bei allen ganz oben auf der Favoritenliste – vielleicht, weil er manchen eher muffig oder bitter in Erinnerung ist. Ich habe damit keine Erfahrung, denn ich habe ihn schon früher gerne zum Käsefondue gegessen. Vielleicht war das aber auch die beste Möglichkeit, ein kleines Kind an ein so polarisierendes Gemüse heranzuführen (falls das jemandem als Tipp weiterhilft ;)). Jedenfalls muss man Rosenkohl nicht unbedingt kochen, denn er schmeckt auch als Salat und ist damit wunderbar variabel. Heute habe ich ein wunderbares Rezept für alle Rosenkohl- und auch Lachsliebhaber, in dem der Rosenkohl quasi in seine Einzelteile zerlegt und nur kurz gekocht wird:

Rosenkohl-Lachs-Nudeln

Lachs-Nudeln mit Rosenkohl - Wunderbrunnen - Fotografie - Foodblog

Die Zubereitung geht relativ schnell, einzig das Auseinandernehmen der einzelnen Rosenkohlblätter dauert vielleicht fünf Minuten länger als beim „klassischen“ Putzen vom Rosenkohl. Es lohnt sich aber! Und ich verspreche euch: Der Rosenkohl schmeckt kein bisschen muffig, sondern richtig lecker.

Rosenkohl - Wunderbrunnen - Fotografie - Foodblog

Zutaten

(für 2 Personen)

  • 300-500 g Rosenkohl (nach Geschmack)
  • 300 g frisches Lachsfilet
  • 200 g Spaghetti (oder nach Hunger)
  • eine Bio-Zitrone
  • eine Zwiebel oder Schalotte
  • 200 ml Sahne
  • eine Messerspitze Natron
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl

1. Den Rosenkohl putzen, die einzelnen Blätter ablösen und in einer Schüssel sammeln. Die Zwiebel oder Schalotte schälen, in feine Würfel schneiden und in etwas Öl in einer Pfanne andünsten. Die Sahne angießen und köcheln lassen. Die Zitrone heiß abwaschen und die Schale abreiben, in die Soße geben, dazu Zitronensaft nach Geschmack.

2. Die Spaghetti in kochendem Salzwasser garen, dabei für die letzten drei Minuten die Rosenkohlblätter und das Natron mit in das Wasser geben und mitkochen lassen. Das Natron verändert den Geschmack nicht, macht den Rosenkohl aber bekömmlicher (wer schonmal Rosenkohl ohne gegessen hat, weiß was ich meine ;)).

3. Den Lachs waschen, trocken tupfen und in Würfel schneiden. Wenn der Rosenkohl zu den Nudeln gegeben wurde, den Lachs in etwas Öl anbraten, dabei mit Salz und Pfeffer würzen.

4. Wenn die Nudeln fertig sind, abgießen, und gemeinsam mit dem Rosenkohl mit der Soße vermischen. Den Lachs hinzugeben und anrichten.

Lachs-Nudeln mit Rosenkohl - Wunderbrunnen - Fotografie - Foodblog

Lachs-Nudeln mit Rosenkohl - Wunderbrunnen - Fotografie - Foodblog

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Guten Appetit!

Habt es wundervoll,

Alena

Soulfood aus dem Norden: Rübenmus

Ich kann es nicht leugnen – ich bin kein Fan des Monats Februar. Ich habe generell nichts gegen den Winter, aber von allen Wintermonaten ist für mich der Dezember der schönste – er riecht für mich nach Rotkohl, Zimt und selbstgebackenen Plätzchen und ich liebe die Vorweihnachtszeit mit ihren Lichtern und der allgemeinen Vorfreude. Im Januar ist zwar alles schon etwas nüchterner, aber das Versprechen eines neuen Jahres, die kleine Hoffnung auf einen Spaziergang im Schnee und vielleicht auch schon die ersten weißen Tulpen machen diesen Monat besonders. Im Februar hingegen erscheint der Winter schon ewig lang, der Frühling noch viel zu weit weg und das Wetter zeigt sich häufig auch nicht unbedingt von seiner glanzvollen Seite. Da liegt es nur nahe, sich etwas zu kochen, das gut durchwärmt und vielleicht sogar ein bisschen leuchtende Farbe auf den Teller bringt.

Rübenmus - Wunderbrunnen - Fotografie - Foodblog

Die Hauptrolle in diesem Rezept spielt ein Gemüse, dem wahrlich kein attraktives Image anhaftet: die Steckrübe.

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Kann man eigentlich gar nicht verstehen, oder? Die tollen Farbschattierungen! Da gibt es unfotogeneres Gemüse. Für die Menschen im sogenannten deutschen „Steckrübenwinter“ 1916/1917 während des Ersten Weltkrieges war jedoch vermutlich nichts so nebensächlich wie das Aussehen ihres Essens. Dieses war so knapp, dass Steckrüben als Kartoffelersatz und auch als Basis für diverse Gerichte verwendet wurden. Heißt, es gab zu jeder Mahlzeit in irgendeiner Form Steckrüben. In den damals erschienenen Steckrüben-Kochbüchern gab es sogar eine Anleitung für „Steckrüben-Kaffee“… Kein Wunder also, dass diesem Gemüse zumindest in der Generation der Groß- oder Urgroßeltern nicht die größte Beliebtheit zukommt!

Aber genug der Geschichte, ich habe heute ein Rezept für euch, in dem sich die Rübe das Rampenlicht noch mit ihrer Verwandten, der Mohrrübe teilt, und gemeinsam mit Kartoffeln und Rauchfleisch die Hauptakteure in einem Gericht bilden, das ganz typisch norddeutsch ist:

Rübenmus

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Für mich seit meiner Kindheit und auch heute noch ein echter Klassiker, Seelentröster und Durchwärmer, wenn draußen der kalte Februar- oder Herbstwind pfeift. Und obwohl es sich offensichtlich um ein Gericht handelt, das ich wirklich ausschließlich aus meiner nordischen Heimat kenne, ist es auch im Rest Deutschlands einfach nachzukochen. So gehts:

Zutaten

(reicht für etwa 4 Personen, kann aber auch gut eingefroren werden)

  • eine mittelgroße Steckrübe
  • ein Bund Möhren (oder circa 6 Stück)
  • 4-5 mittelgroße Kartoffeln
  • 5 Kohlwürste (oder Kochwürste oder Mettenden oder wie sie in eurer Region eben heißen)
  • etwas Pflanzenöl
  • 250ml Gemüsebrühe
  • Pfeffer und Salz

1. Zuerst werden die Möhren, Kartoffeln und die Rübe geschält. Letzteres geht gut, indem man sie erst halbiert, in ca. 2 fingerdicke Scheiben schneidet und dann einfach den Rand entfernt. Das Gemüse in ca. 1-2 cm dicke Würfel schneiden. Letztlich kommt es nicht so sehr darauf an, da nachher ohnehin alles zerstampft wird, aber bei kleineren Würfeln verkürzt sich die Garzeit.

2. Das Öl in einen Topf geben (der Boden sollte bedeckt sein). Die Gemüsewürfel hinzugeben und alles gut anschwitzen. Wenn es langsam anfängt, sich am Boden abzusetzen, kommt die Gemüsebrühe hinzu. Wenn die Brühe kocht, die Temperatur reduzieren, bis sie noch leicht köchelt. Die Würste am Stück oben auf das Gemüse legen und den Deckel auf den Topf setzen.

3. Es dauert ungefähr 30 bis 40 Minuten, bis das Gemüse gar ist. Wichtig ist, dass die Würste alle 10 Minuten gedreht und mit einer Gabel ein paarmal angepiekst werden, damit das Aroma in das Rübenmus gelangt.

4. Wenn das Gemüse gar ist, die Würste herausnehmen und in dünne Scheiben schneiden. Das Gemüse zu einem Stampf verarbeiten. Sollte dieser zu fest sein, noch etwas Brühe nachgießen. Anschließend salzen und mit ordentlich Pfeffer würzig abschmecken und im Anschluss die Würste wieder in den Topf geben.

Rübenmus - Wunderbrunnen - Fotografie - Foodblog

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Guten Appetit!

Habt es wundervoll,

Alena

Winter Wonderland

Ich liebe Schnee! Ich weiß, dass er der Graus vermutlich aller Autofahrer, der Deutschen Bahn und aller Stadtwerke ist, aber ich liebe das Gefühl,  morgens aufzuwachen (bevorzugt am Wochenende) und festzustellen, dass die Welt wie von einer Puderzuckerschicht bedeckt ist. Alles wirkt so ruhig und sanft und ich werde immer ganz hibbelig vor Vorfreude auf einen Spaziergang in der weißen Welt. Damit muss man sich in unseren Breiten allerdings beeilen, denn es fängt meistens schneller an zu tauen, als man „Schneeschieber“ sagen kann.

In diesem Winter gab es noch nicht besonders viel von der weißen Pracht, doch in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte es geschneit und selbst der Balkon hatte eine kleine weiße Pudelmütze verpasst bekommen.

Winter Wonderland - Wunderbrunnen - Foodblog - Fotografie

Um noch etwas vom Winter Wonderland zu haben, stiegen wir kurzentschlossen ins Auto und krochen die zum teil verschneite Straße zum Feldberg hoch. Hier, auf 878 Metern Höhe, bot sich uns eine ganz besondere Atmosphäre, denn der Berg lag in eine dicke Nebeldecke gehüllt.

Winter Wonderland - Wunderbrunnen - Foodblog - Fotografie

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Wir parkten ein Stück unterhalb der Spitze und liefen den Weg durch den Wald. Unterbrochen wurde die Stille des Schnees nur durch fröhliches Gekreische von Kindern und ihren Eltern, die das Wetter zum Rodeln nutzten – bessere Bedingungen hätte man wahrscheinlich nirgendwo gefunden.

Winter Wonderland - Wunderbrunnen - Foodblog - Fotografie

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Oben angekommen empfing uns Schneegestöber und ein kalter Wind. Bei normaler Witterung kann man hier den umgebenden Taunus sehen und auch ein Stück der Frankfurter Skyline – heute jedoch verschwand alles in dem dichten Nebel und dem leichten Schneegestöber. Selbst der Aussichts- und der Sendeturm (beides große Bauten aus Beton) waren nicht zu sehen.

Winter Wonderland - Wunderbrunnen - Foodblog - Fotografie

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Nachdem ich die mystische Landschaft fotografiert hatte, machten wir uns wieder auf den Weg nach unten. Der Schnee auf den Straßen war mittlerweile geschmolzen und zurück im Ort angekommen, war der Schneefall bereits in Regen übergegangen. Es dauerte nicht lange, bis alles geschmolzen war und der Ausflug zum Feldberg wie ein Ausflug in eine andere, fast unwirkliche Welt erschien.

 Habt es wundervoll,

Alena